Mittwoch, 24. Mai 2017

Interview mit Fabian Erlinghäuser


Fabian Erlinghäuser wurde am 23. Oktober 1976 in Köln geboren. Schon in seinen jungen Jahren wollte er Duck-Comics zeichnen, studierte aber – genau wie »Asterix«-Zeichner (und später auch -Autor) Albert Uderzo, welcher auch als Ansporn dafür diente – ab 1997 am Ballyfermot College BCFE in Dublin (Irland) Animation; dadurch versprach er sich ein besseres Training. 2000 schloss er sein Studium mit Diplom in Klassischer Animation und Animationsproduktion ab. Im gleichen Jahr zog er nach Kilenny (Irland), um im gerade entstandenen Studio »Cartoon Saloon« zu arbeiten.
Die Filme »Das Geheimnis von Kell« (2009) und »Melodie des Meeres« (2014), bei denen er Animationsregie führte, wurden oscarnominiert. Letzterer gewann zudem den Preis als bester europäischer Trickfilm.
Im Jahre 2013 begann Erlinghäuser, für Egmont Duck-Comics zu zeichnen. Seine erste Geschichte, die im »Micky Maus Magazin« erschien, war »Investieren statt verlieren«.
Ende dieses Jahres wird der Film »The Breadwinner« ins Kino kommen, bei dem er, wie üblich, Animationsregie führt.
Erlinghäuser zeichnet im Schnitt pro Jahr nur drei Geschichten für Egmont, da die restliche Zeit von seinem Hauptberuf als Trickfilmer eingenommen wird.
Heute lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Kilkenny und ist einer der wenigen deutschen Disney-Zeichnern.

Ein (leicht abgeändertes) Panel aus Erlinghäusers Geschichte »Trüffel-Geschnüffel«
Mir gefällt Erlinghäusers sehr Barks-orientierter Zeichenstil ausgesprochen gut, ich wage sogar zu behaupten, dass mir seine Zeichnungen etwas besser gefallen als die des Duckmans. Besonders schön finde ich den klaren Strich und die expressive Mimik der Charaktere. Ein kleiner Kritikpunkt sind die manchmal falschen Proportionen.

Vor einiger Zeit habe ich Erlinghäuser per E-Mail gefragt, ob es in Ordnung wäre, ihn zu interviewen. Erlinghäuser antwortete sehr freundlich: »Gerne, kein Problem.« Ich schickte ihm dementsprechend verschiedene Fragen, die er äußerst ausführlich beantwortete:


Beginnen wir mal mit einer ganz originellen Frage: Was ist deine persönliche Lieblingsfigur aus dem Duck-Universum und mit welcher kannst du dich am besten identifizieren?

Meine Lieblingsfigur ist definitiv Donald, ich glaube, das geht vielen Leuten so. Er ist eben so ungeschliffen, jemand wie Homer Simpson: ein bisschen tollpatschig, redet einfach drauflos, tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Mit anderen Worten: Er ist die Figur, der einfach die interessantesten Dinge passieren. Dagobert finde ich sehr faszinierend als Charakter, aber identifizieren kann ich mich nicht mit ihm, weil er am Ende des Tages für Profit seine Großmutter verkaufen würde, im übertragenen Sinne. Daisy hat auch viel mehr Potenzial, da würde ich mir ein bisschen mehr Tiefe wünschen, was ihren Charakter angeht. Das kommt in vielen Geschichten etwas oberflächlich herüber. Zudem finde ich, Mädchen haben ein besseres Vorbild verdient als das, was Daisy meistens abgibt. Da geht noch mehr. Die Panzerknacker gefallen mir auch gut, die sind einfach herrlich.

Bis jetzt hast du noch nie eine Maus-Geschichte gezeichnet. Woran liegst das? Kannst du Micky nicht gut leiden oder hast du einfach noch nie einen Maus-Skript zugeschickt bekommen?

Ich glaube, das liegt in erster Linie daran, dass ich mich von Anfang an mit den Enten beschäftigen wollte. Mit Micky ist das so eine Sache. Es gibt natürlich einige tolle Geschichten mit Micky, zum Beispiel von Romano Scarpa, mit Micky und Gamma, die fand ich super. Doch ich finde die Ducks spannender, denn gibt es da eine familiäre Konstellation mit Neffen, Onkeln, et cetera, die allein dadurch schon interessante Konflikte hervorbringt. Bei Micky ist das nicht so der Fall, da sind eher losere Seilschaften vorhanden, und damit weniger Konfliktpotenzial.
Mickys Hauptproblem ist auch oft, dass er nicht so viele Ecken und Kanten hat. Da geht’s ihm wie Superman – die braven Figuren haben es schwerer, interessant zu sein.

In den 1930er-Jahren war Micky allerdings anders: In den von Gottfredson gezeichneten Strips hat Micky einen natürlicheren Charakter. Gefällt dir dieser Micky besser? Auch der Egmont-Verlag versuchte ab den 1990er-Jahren Micky für die Leser wieder interessanter zu machen. Leider kam das Experiment nicht sehr gut an, da einige Leser meinten, Micky sei nun zu unvernünftig und dämlich. Wie siehst du das?

Das habe ich vielleicht nicht so mitbekommen. Ich glaube, dass es immer eine gute Idee ist, einer Figur mehr Facetten zu geben. Auf jeden Fall wird sie dann interessanter. 

Welche Comic-Zeichner haben dich besonders geprägt?

Von den Zeichnern aus den Magazinen definitiv Daniel Branca, Vicar und Carl Barks.
  
Aber auch in Italien gibt/gab es große Disney-Comiczeichner wie Romano Scarpa, Giorgio Cavazzano oder Massimo De Vita. Ich kann mit den Künstlern wenig anfangen, wie ist es bei dir?

Romano Scarpa ist toll, seinen Zeichenstil und seine Geschichten haben mir immer gefallen. Da war oft emotionale Tiefe dabei, was nicht so selbstverständlich ist. Cavazzano ist einfach ein Meister seines Fachs, er hat da praktisch ein eigenes Universum geschaffen, das stilistisch wunderbar funktioniert. De Vita finde ich auch gut. Aber am besten sollte man die Geschichten selbst gut finden, vom erzählerischen her, denn das ist ja die Hauptsache. So ging es mir bei Carl Barks, als ich ihn als Kind las: Diese Geschichten waren einfach so spannend und genial – da wusste ich am Anfang gar nicht, dass Barks die fabriziert hatte. Auch Branca kannte ich als Kind nicht vom Namen her, denn die Zeichner wurden damals noch nicht namentlich erwähnt. Ich wusste einfach nur, dass dieser Zeichner gut war. 

Wie im Lebenslauf zu sehen ist, hast du dich auch für Comiczeichner außerhalb des Disney-Universums interessiert: Eine Motivation, Animation zu studieren war »Asterix«-Zeichner Albert Uderzo. Du hast dich also auch mit Comics außerhalb des Disney-Universum auseinandergesetzt?

Das »Micky Maus Magazin« war der erste Comicheft, das ich regelmäßig las, das fing an, als ich gerade lesen gelernt hatte, so mit sieben, acht Jahren bin ich dann voll drauf abgefahren. In der zweiten Klasse habe ich auch das »Yps«-Heft gelesen, die Gimmicks fand ich super. Zeitweise las ich auch »Fix & Foxi«, aber da habe ich irgendwie nie richtig einen Bezug zu gefunden. Damals fiel mir aber schon auf, dass der ein oder andere »Fix & Foxi«-Zeichner anscheinend auch Disney-Comics zeichnete, denn der Stil war der gleiche, zum Beispiel bei Massimo Fecchi.
»Asterix« war wie schon erwähnt auch ein sehr großer Einfluss. Die besten Geschichten sind meiner Meinung nach Ende der 1970er-Jahre entstanden. Als Goscinny dann überraschend 1977 starb, ist dann schon eine große Säule weggebrochen, und das hatte dann einen Rieseneinfluss auf die Qualität der Geschichten.
André Franquin ist ein anderer Zeichner, den ich sehr bewundere. Alle »Gaston«-Comics von ihm sind einfach genial, solch ein zeichnerisches Talent, Wahnsinn! Und auch seine letzten »Spirou und Fantasio“-Alben sind Hammer, vor allem der Band »QRN ruft Bretzelburg«. Dazwischen habe ich auch viele Comic-Strips gelesen, zum Beispiel »Hägar der Schreckliche«, oder »Garfield«. Später dann auch viele franko-belgische Comics wie »Isnogud«, »Lucky Luke«, »Percy Pickwick« oder zeitweise sogar »Die Schlümpfe«.
Mit amerikanischen Comics hatte ich es dagegen nie so; da hatte ich keinen Bezug. Jetzt lebe ich in Irland, und da ist es genau umgekehrt: Kein Mensch kennt Disney-Comics, die werden in Großbritannien oder Irland einfach nicht veröffentlicht. Da kennen die meisten Leute Donald nur aus den Trickfilmen der 1950er-Jahre oder aus »DuckTales«, der Serie aus den 1990er-Jahren. Aber amerikanische Superheldencomics sind hier allgegenwärtig. Ein paar Freunde von mir sind solche Fans von Marvel oder DC, die sind damit aufgewachsen und kennen sich total aus, einer zeichnet sogar für DC.
  
Kannst du eine zeichnerische Entwicklung in den von dir gezeichneten Comics erkennen?

Vielleicht dauert das noch etwas. Ich finde es auf jeden Fall faszinierend, welche Entwicklung manche Zeichner machen:
Wenn dieser Punkt kommt, wo sie sich total loslösen von bisherigen Riten und auf einmal ein Stil entsteht, der sehr frei ist, sehr spielerisch und waghalsig. Ich glaube, jeder Künstler durchläuft irgendwann diese Phasen. Meistens beginnt es mit einer Suche nach einem Stil, dann kommt der Höhepunkt, wo die Mischung einfach genau stimmt, und dann irgendwann eben dieses Loslösen mit einer abgedrehteren Interpretation des vorherigen Stils… Das ist in der Musik genauso: Eine Band bringt ihr erstes Album raus, da klingt alles noch roh und ungeschliffen. Das zweite Album ist dann der Durchbruch, die Hits, bei denen einfach alles stimmt. Das dritte Album ist wahrscheinlich auch noch auf dem gleichen Level. Danach will die Band dann aber vielleicht andere Wege beschreiten und macht etwas Experimentelles, was vielleicht einigen Fans nicht so gefällt. Diese Zyklen sind faszinierend.

War es schon einmal der Fall, dass dir eine Geschichte, welche dir Egmont zugeteilt hat, überhaupt nicht gefiel oder dass dir der moralische Wert, der in der Geschichte vermittelt wird, nicht deiner Meinung entspricht? Falls Ja, wie hast du darauf reagiert?

Gute Frage. Bisher ist das nicht passiert. Wenn ich in der Tat eine Geschichte bekäme, mit der ich moralisch Bedenken hätte, würde ich auf jeden Fall mit dem Editor sprechen. Zum Glück arbeite ich mit guten Editoren zusammen, Stephan Prins-Pahlsson in der Regel, und er ist schon so lange dabei, dass er genau weiß, was funktioniert und was nicht. Einmal war eine Geschichte dabei, die zu viel Text hatte, zu textlastig war. Das wurde dann ein Problem, weil die Sprechblasen zu viel Platz einnahmen. Da mussten wir den Text kürzen, damit die Zeichnungen auch noch Platz hatten!

Dann einmal andersherum gefragt: Welche Geschichte, dir du zeichnen musstest, gefiel dir am besten?

Von der Idee der Geschichte gefällt mir:
Da geht es darum, dass sich Donald aus Liebeskummer sein Gedächtnis löschen lässt, um Daisy zu vergessen. Und dass Daisy dann trauert, weil er sie nicht mehr beachtet. Die Idee hat was.

In welchem deiner – bislang leider nur elf – Comics gefallen dir deine eigenen Zeichnungen am besten?

Wahrscheinlich die drei hier:
Und zu guter Letzt: Du arbeitest auch im Trickfilm. Inwieweit sind sich Comics und Trickfilm ähnlich, und welche Unterschiede gibt es?

Eigentlich sind beide Bereiche verwandt. Die Comics ähneln den Storyboards, die vor jedem Trickfilmprojekt gezeichnet werden und die Szenen erst einmal visualisieren.
Der Unterschied ist, dass ich in der Animation mehr mit physikalischen Gesetzen arbeite, zum Beispiel muss die Figur Masse, Gewicht, Balance haben. Da brauche ich mehr Zeichnungen, um das glaubhaft zu vermitteln. Beim Comic reicht dagegen nur eine Pose. Comics werden auch in der Regel allein beziehungsweise von einer Handvoll Leute erstellt, aber an einem Trickfilm arbeiten um die 150 Künstler aus den verschiedensten Bereichen wie zum Beispiel Sound-Designer, Sänger, Maler… Im Grunde sind Comics vom Ablauf her ähnlich, aber in einem kleineren Rahmen, und auch nicht so teuer wie Animation. Dafür muss man bei Animation mehr Kompromisse eingehen, weil man so viele Arbeitsschritte durchlaufen muss, bevor eine Szene fertig ist. Da ist es schon angenehm, dass ich bei den Comics mehr Handlungsspielraum habe.

Vielen Dank für das Gespräch, Fabian!


Ein Dankeschön auch an Topolino für das Korrekturlesen.

Samstag, 24. Dezember 2016

Im Herzen des Dagobert Duck

Dagobert Ducks erster Auftritt in der Geschichte „Die Mutprobe“ von Carl Barks.


Mein erster, etwas kürzerer Blogeintrag soll die wohl vielseitigste Figur des Anaversums (Donald-Duck-Universums) behandeln – Dagobert Duck!

Jeder, der Dagobert Duck kennt, denkt gleichzeitig auch an das Schlechte, das Geizige, das Missgünstige, aber auch das Einsame – Dagobert Duck verkörpert all dies sehr deutlich. Doch – stimmt das überhaupt? Ist Dagobert wirklich schlecht? Hat er nicht auch seine guten Seiten? Schließlich hat er all sein Geld ehrlich verdient! Und er gibt seinem Neffen Donald Duck sogar 30 Kreuzer pro Stunde für das Polieren seiner Münzen! Nehmen wir Dagoberts Charakter genauer unter die Lupe: Auch wenn jeder Autor die Persönlichkeit Dagoberts für sich ein klein wenig verändern darf, ähnlich bleibt sie immer.

Gemein ist Dagobert wirklich. Er schlägt und tritt oft seinen Neffen Donald, ist geizig und kein bisschen hilfsbereit. Doch warum ist er so widerlich? Holen wir uns nun doch einmal wieder den Egmont-Comic-Collektion-Band „Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden“, die Biographie Dagoberts von Don Rosa, hervor und blättern durch das 1. Kapitel. Da sieht man den kleinen Jungen Dagobert voller Lebensfreude, der vergnügt Schuhe putzt. Man merkt dort, dass der Kapitalist nicht immer so griesgrämig war. Blättern wir weiter in unserer Lektüre. Ah, dort, im 11. Kapitel des schönen Bandes, als Dagobert schon reich und erwachsen ist, sagt er zu seiner Schwester Dortel, die meinte, dass sein Charakter unerträglich sei: „Wer der reichste Mann der Welt werden will, muss hart sein wie Stein!“ Ist es also das Geld, das Dagobert so bitter macht? Das kann gut sein, denn das Vorbild Dagobert Ducks, Ebenezer Scooge, wurde ja ebenfalls wegen des vielen Geldes so garstig. „Halt! Stopp!“, schreit jetzt sicherlich der erfahrene Disney-Comic-Leser. „Dank des Geldes hat Dagobert sogar mehr Freude – denn er kann in ,sein Geld hineinspringen und wie ein Maulwurf darin herumwühlen und es in die Luft schmeißen, sodass ihm die Talerchen auf den Kopf prasseln!“ Ja, da hast Du recht, lieber Disney-Comic-Leser! Dagobert sagt das sehr oft. Doch woran liegt es dann, dass Dagobert so grantig ist? Könnte es sein, dass die Art, wie er sein Geld verdient hat, ihn so mürrisch macht? Vielleicht schon. Im 8. Kapitel von Don Rosas schöner Biographie zum Beispiel muss der nach Gold suchende Dagobert in der schrecklichsten Kälte, die man sich vorstellen kann, die sogar Feuer erfrieren lässt, leben. Ernähren konnte er sich nur von Bohnen und Sauerteigbrot, wie sich in Kapitel 8b nachlesen lässt; außerdem schläft er auf einem Bett ohne Matratze und muss sich gegen Wölfe und Bären verteidigen. Das härtet einen natürlich ab. Daher verwandelt sich wohl der einmal fröhliche Dagobert in einen mürrischen Griesgram.
Eine andere Erklärung könnte sein, dass Dagobert das Geldverteidigen abstumpfen lies. Er muss gegen Panzerknacker, Moneysacs, Gaukeleys, Steuereintreiber, Bittsteller und Bedürftige kämpfen, die nicht aufgeben wollen. So kann man natürlich gerissen und gefühlskalt werden.
Ich hätte allerdings auch noch ein dritte Theorie: Dagobert könnte auch durch das Verlangen „der reichste Mann der Welt“ zu sein – und zu bleiben, abstumpfen und herzlos geworden sein. Schließlich bekommt Donald zum Beispiel immer einen Tritt in den Bürzel, wenn er bei seinem Onkel um Geld bittet.

Doch ist die Freude und die gute Seite in Dagoberts Herz komplett verschwunden? Nein! Schließlich badet Dagobert – wie oben schon erwähnt – ziemlich oft in seinem Geld, woran er allerhand Freude hat, auch wenn Grobian Gans das als sexuelle Perversion einschätzt. Außer seiner Freude am Geld hat Dagobert auch noch andere positive Seiten – Liebe zu anderen Menschen … oder Enten zum Beispiel. Nelly, der Stern des Nordens, eine der besten Figuren, die es im Anaversum gibt, ist die große Liebe Dagoberts. In Kapitel 8b von „Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden“ wird angedeutet, dass die Locke von Nelly, die Onkel Dagobert hat, das Wertvollste ist, das er besitzt. Noch wertvoller als sein 40 Meter hoher, mit Geld gefüllter Geldspeicher, wertvoller als das Straußeneinugget, das aus purem Gold besteht und eine Erinnerung an seine Zeit als Goldgräber am Yukon ist; wertvoller als seine Nummer eins, dem Glückszehner, der der Ansporn für all die anderen Milliarden Taler war und eine Erinnerung an seine alte Heimat Schottland ist. Wertvoller als die Duckenburgh, der Stammsitz der Ducks und die Burg, die Dagobert mit seinen Vorfahren verbindet. Nelly scheint ihm also ziemlich wichtig zu sein. Leider hat er es nie wirklich geschafft, ihr seine Liebe zu gestehen. In „Wiedersehen mit Klondike“ von Carl Barks merkt man besonders, dass Dagobert Nelly unglaublich bedeutsam ist. Am Ende der Geschichtete hat er Nelly alle Schulden, die sie bei ihm gehabt hat, erlassen und sie sogar zu noch mehr Geld gebracht, doch er meint, dass dies ein Versehen sei. Seine Neffen allerdings merken, dass das nicht stimmt, Dagobert es aber nicht zugeben möchte.
Es gibt auch andere Geschichten, die so ähnlich enden. „Ein Brief von Daheim“ von Don Rosa zum Beispiel. Dort geht es zwar nicht um Nelly, aber um Mathilda, Dagoberts Schwester, mit der er sich am Schluss wieder versöhnt.



Dagobert, der sich wieder mit seiner Schwester versöhnt hat, schwelgt in Erinnerungen.

Ein weiteres Beispiel ist die von Romano Scarpa erfundene Figur Gitta Gans, die in Dagobert Hals über Schnabel verliebt ist. Dagobert benimmt sich ihr gegenüber zwar angewidert und genervt, aber irgendwie scheint er sie auch zu mögen und eine gewisse Zuneigung zu ihr zu zeigen. Auch, wenn er es selber nicht so mitbekommt.

Betrachtet man den komplizierten Charakter der von mir nun in einigen Zeilen vorgestellten Figur genauer, so wie wir dies nun taten, dann merkt man, dass Dagobert Duck nicht wirklich böse ist, aber sich auch nicht immer von der sympathischsten Seite zeigt.
Ich würde sagen …

Dagobert Duck hat ein ziemlich harte Schale, aber einen weichen Kern.

Hier habe ich die besten Geschichten ausgewählt, die zu dem Thema, zu dem ich diesen Eintrag geschrieben habe, gut passen.


Wiedersehen mit Klondike
Back to the Klondyke
Autor & Zeichner: Carl Barks
W OS 456-02 – Deutsche Erstveröffentlichung: Micky Maus 52/1959 Micky Maus 02/1960
Onkel Dagobert hat Sehnsucht nach dem Klondike und seiner großen Liebe Nelly, zu der er sich auch begibt.
Die, laut Inducks, beste Geschichte überhaupt, zeigt Dagoberts Charakter so menschlich wie nie zuvor! Wer die Chance hat, diese Geschichte zu lesen, der sollte dies tun!


Der arme reiche Mann
Only A Poor Old Man
Autor & Zeichner: Carl Barks
W OS 386-02 – Deutsche Erstveröffentlichung: Micky Maus Sonderheft 10
Onkel Dagobert wird von den Panzerknackern bestohlen, und muss sein Geld wieder zurückbekommen … wofür er viele Methoden aus seiner Jugend anwenden muss.
Hier merkt man das erste mal, dass Dagobert mit seinem Geld gleichzeitig auch Erinnerungen an seine Jugend verbindet. Außerdem gibt es einige gefühlsvolle Szenen.


Ein Brief von Daheim
A Letter from Home
Autor & Zeichner: Don Rosa
D 2003-081 – Deutsche Erstveröffentlichung: Micky Maus-Magazin 17/2004Micky Maus-Magazin 19/2004
Onkel Dagobert fährt zu seinem Schloss Duckenburgh, um einen Schatz zu bergen. Dort trifft er aber auf seine, mit ihm zerstrittene, Schwester...
Diese Geschichte ist Emotion pur! Am Ende zeigt Dagobert sich enorm einfühlsam und sogar recht liebevoll. Zu Tränen rührend!



Der Einsiedler der Villa Duck
The Recluse of McDuck Manor
Autor & Zeichner: Don Rosa
D 93488 – Deutsche Erstveröffentlichung: Onkel Dagobert von Don Rosa 6
Onkel Dagobert lernt im letzten Kapitel von „Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden“ seine Neffen kennen.
Hier wird gezeigt, wie aus dem mürrischen Onkel, ein sympathischerer wurde, der wieder Freude am Leben zeigt.



Ein Weihnachtsmärchen
Ein Weihnachtsmärchen
G/DSA 3 – Deutsche Erstveröffentlichung: Disney-Sonderalbum Nr. 3 – Weihnachtsgeschichten mit Onkel Dagobert
Herr Scrooge (Onkel Dagobert) ist ein einsamer Geizhals. Doch eines Nachts kommen drei Geister, die versuchen, Scrooge vom Guten zu besinnen.
Diese Geschichte ist eine Anspielung an an Charles Dickens „A Christmas Carol“, von dessen Hauptfigur Ebenezer Scrooge Onkel Dagobert bereits schon abgeleitet wird. Auf jedem Fall muss man diese Geschichte lesen, wenn man dazu kommt – atemberaubend emotional!



Warmherzige Weihnacht
The Orphan's Christmas
Autor: Tormod Løkling, Zeichner: Arild Midthun
D 2013-026 – Deutsche Erstveröffentlichung: Lustiges Taschenbuch Sonderband – Advent # 1
Donald ärgert sich am heiligen Abend, dass Dagobert sich so egozentrisch benimmt und fragt sich, ob er jemals jemanden an Weihnachten glücklich gemacht habe. Dann fängt Onkel Dagobert an, eine lange Geschichte aus seiner Kindheit zu erzählen, die in Schottland spielt…
Auch diese Geschichte rührt einen emotional enorm … so wie in den anderen Geschichten zeigt diese, dass Onkel Dagobert nicht nur immer etwas tut, um einen eigenen Vorteil zu erzielen…